Mi
11
Jan
2012
Mit großer Skepsis reagieren die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland auf die Ankündigung der Bundesregierung, die Brennelement-Zwischenlager in Deutschland, darunter das Zwischenlager Ahaus, sicherheitstechnisch nachzurüsten. Medienberichten zufolge laufen für die dezentralen Zwischenlager an den bayerischen AKW Gundremmingen und ISAR II bereits konkrete Vorbereitungen für den Bau einer 10 Meter hohen Stahlbetonmauer.
Das Bundesumweltministerium erwähnt auf seiner Webseite ausdrücklich auch die Zwischenlager Ahaus, Gorleben und Lubmin. Bereits im Herbst 2011 war bekannt geworden, dass für die Atommüllager in
Ahaus und Jülich gepanzerte Fahrzeuge und bewaffneter Werksschutz geordert wurden.
„Ist auch für das Ahauser Zwischenlager der Bau einer 10 Meter hohen Mauer geplant? Wie weit sind die Vorbereitungen beim Betreiber GNS, bei der Stadt Ahaus und bei der Landesregierung als
Atomaufsicht bereits gediehen? Gibt es bereits Bauanträge der GNS? Und gelten die 2011 beschlossenen Maßnahmen auch für die Atommüll-Zwischenlager in Jülich und Gronau? In Jülich lagern ebenfalls
hochradioaktive Brennelementkugeln und in Gronau lagern große Mengen Uranhexafluorid unter freiem Himmel. Wir erwarten von der GNS, der Landesregierung und der Bundesregierung sofort umfassende
Auskunft,“ so Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Das Zwischenlager in Ahaus ist genau wie das Freilager für Uranhexafluorid in Gronau und die meisten anderen Atomanlagen nicht gegen Flugzeugabstürze geschützt. Daran wird auch eine 10 Meter hohe
Mauer nichts ändern. Und warum wird das skandalöse Freiluftlager für Atommüll in Gronau komplett ignoriert? Durch die jetzigen Maßnahmen wird der Bevölkerung eine Sicherheit vorgegaukelt, die es
bei Atommüll niemals geben kann.
„Eines ist jetzt aber absolut klar: Das Zwischenlager Ahaus entspricht selbst für das Bundesumweltministerium nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen. Damit verbietet sich automatisch
jede weitere Einlagerung von Atommüll in Ahaus – das gilt für die 152 Castoren aus dem Forschungszentrum Jülich wie für die schwach- und mittelradioaktiven Atommülltransporte. Deshalb fordern wir
die Landesregierung auf, umgehend einen Einlagerungsstopp für das Zwischenlager Ahaus zu verhängen,“ so Matthias Eickhoff von die Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.
Links:
Geheime "Ertüchtigungsmaßnahmen"AKW hinter Zehn-Meter-Mauern - n-tv.de (11.01.12)
Zwischenlager sollen nachgerüstet werden - Pressemitteilung des Bundesumweltministerium - (11.01.12)