Sa

04

Dez

2010

Gutachten für das Umweltministerium zu Majak aufgetaucht

Minister Röttgen beruft sich drauf, auf das Gutachten der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) zur Situation in Majak. Doch auch wenn das Gutachten eine positive Empfehlung gibt und es keine Bedenken gegen den Abtransport gibt, zeigt es die drastische Lage in Russland. Wir veröffentlichen die wichtigsten Punkte des Gutachtens sowie das Gutachten selbst (Download am Ende des Artikels).

So heißt es in dem Gutachten, daß bei dem Castortransport von Ahaus nach Russland dafür zu sorgen sei, daß

-Leben, Gesundheit und Sachgüter vor den Gefahren der Kernenergie und der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlen zu schützen bzw dadurch entstandene Schäden auszugleichen

 

Doch im selben Bericht steht geschrieben, daß in Mayaki n der Zeit von 1949 bis 1956 insgesamt 76 Mio m³ radioaktiv verseuchten flüssigen Abfalls in den Fluss Tetscha abgeführt. 1955 trat der Fluss dann über seine Ufer und verseuchte die umliegenden Felder, die den Ortsansässsigen als Nahrungs- und Einahmequelle dienten.

 

1957 kan es zum schwersten Unfall, der sogar vertuscht werden sollte. Ein Lagertank explodierte und Radioaktivität wurde freigesetzt, infolge dessen wurden 10 % des Tankinhalts über einen Korridor von 300 km Länge und 8-9 km breite verteilt. Insgesamt wurden 23.000 km² kontaminiert.

 

Im Frühjahr 1967 wurden nach einem schneelosen Winter einige Uferbereiche des Sees freigelegt. Die darin enthaltenen Radionukleoide wurden vom Wind verteilt. Ein weiteres Problem sei die Radioaktivitätsverschleppung durch ansässige Tiere wie Fledermäuse und Vögel.

 

Insgesamt wurden bisher 25.000 km² verstrahlt und 500.000 Menschen haben erhöhte Strahlendosen erhalten. 7500 Menschen erhielten Strahlendosen zwischen 35 und 1700 MilliSievert. Zum Vergleich: Nach der Strahlenschutzverordnung beträgt die maximale Strahlendosis 20 MilliSievert/Kalenderjahr, die Berufslebensdosis beträgt 400 MilliSievert.

 

Bis heute wurde die Ableitung radioaktiver Stoffe nicht gestoppt, sondern nur reduziert.

 

Für uns bleibt die Frage: wie passen diese ganzen Fakten mit der Forderung aus dem Atomgesetz zusammen, Leben, Gesundheit und Sachgüter vor den Gefahren der Kernenergie und der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlen zu schützen bzw dadurch entstandene Schäden auszugleichen????

 

Eine krasse Fehleinschätzung der Gesellschaft für Reaktor und Anlagensicherheit, die da "Umwelt"Minister Röttgen vorgestellt wird.

 

Und als sei das nicht genug, ist auch der kriegsrechtliche Aspekt zu beachten. 1949 wurde die Wiederaufarbeitungsanlage gebaut, welche zur Gewinnung von metallischem Plutonium für die Kernwaffenherstellung vorgesehen war. Die Anlage ist bis heute in Betrieb, die Verwendung nicht bekannt.

 

Pikant ist auch, das in den Brennelementen weiterhin geschätzte 40 KG Uran235 enthalten sind, die mit der richtigen Anreicherung zum Bau einer Atombombe verwendet werden könnten.

 

Für uns alles Argumente, welche eine Gesamtabsage der Transprote erforderlich machen. Niemand kann nicht einmal gewährleisten, daß das Atomgesetz eingehalten wird. Der Weiterbetrieb des Atomkomplexes Majak muss SOFORT passieren, um eine weitere Kontaminierung der Menschen zu verhindern.

 

HERR RÖTTGEN:

 

Sagen sie den Atomexport von Ahaus nach Russland ab! Schützen sie die Menschen in Majak vor deutschem Atommüll. 40 KG waffenfähiges Uran dürfen nicht als Wertstoff behandelt werden.

Seien Sie sich der Verantwortung bewusst, die das Leben vieler Menschen betrifft! Verleugnen sie nicht die Fakten, die ihnen der Bericht liefert für ein paar Millionen für die Atomindustrie. Aus den Augen ist noch lange nicht aus dem Sinn!

Gutachten_Majak_GRS.pdf
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Kommentare: 3

  • #1

    bildwiese (Montag, 06 Dezember 2010 13:10)

    ich bin sprachlos. Nur so viel - Leute wechselt euren Stromanbieter. Legt wenn nötig die paar Euro oben drauf. Ein Bier mehr od. weniger im Monat. Da kommt´s nicht drauf an. Aber,dass die weitere Erzeugung dieses verabscheuungswürdigen Mülls gestoppt wird, dass sollte diesen Schritt so wertvoll machen. Wechselt ! Heute noch !
    Das ist die einzige Sprache die von Politik u. Konzernen verstanden wird. Die wollen schließlich UNSER Geld.

  • #2

    Sophie (Montag, 06 Dezember 2010 18:48)

    Überlegt Euch vor einem Wechsel gut, für welchen Anbieter Ihr Euch entscheidet. Wichtig dabei ist, dass Ihr KundIn eines unabhängigen Ökostromabieters werdet - und nicht einen von den vier Energiemonopolisten (oder von von denen abhängigen Stadtwerken) angebotenen sog. "ÖkostromTARIF" auswählt.

    Wie einfach der Stromanbieterwechsel funktioniert und welche echten Ökostromanbieter den Ausbau der erneuerbaren Energien tatsächlich fördern, erfahrt ihr hier: http://www.atomausstieg-selber-machen.de/stromwechsel.html

  • #3

    Sophie (Montag, 06 Dezember 2010 18:55)

    Bei den Anbietern "naturstrom" und "Lichtblick" reicht es sogar aus, einen Wechselantrag online auszufüllen. Somit ist der Wechsel eine Sache von 5 Minuten. Alles Weitere, wie zum Beispiel die Kündigung beim alten Anbieter, übernimmt der neue Ökostromanbieter für Euch!

  • loading
Noch Tage bis zum Auslaufen der Aufbewahrungs-genehmigung in Jülich.

Würden die Transporte ab sofort fahren würde im Durchschnitt alle

--- 16 Tage ---

 bis zum Sommer 2013 ein Konvoi mit 6 Castoren fahren

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