Fr
19
Mär
2010
Mit großer Empörung reagieren die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus" sowie das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen auf die Äußerung von Prof. Achim Bachem, Chef der Forschungszentrum Jülich GmbH. In den Aachener Nachrichten wird er mit den Worten zitiert, die Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus seien „ein Gebot der Vernunft".
„Diese Äußerung ist schlicht unverschämt, denn das Forschungszentrum ignoriert sämtliche Fakten, bloß um die brandgefährlichen Brennelementkugeln aus Jülich loszuwerden. Auch die angebliche Kostenersparnis wurde vom Forschungszentrum bisher durch keinerlei konkrete Kostenaufstellungen belegt - das ist eine reine PR-Nummer. Castor-Transporte nach Ahaus sind unvernünftig, gefährlich und überflüssig," so Felix Ruwe, Sprecher der BI „Kein Atommüll in Ahaus".
Fakt ist, dass die Lagerung im Leichtbau-Zwischenlager Ahaus keinerlei Sicherheitsgewinn bringt. Das Atommülllager ist sogar älter als das Castor-Lager in Jülich. Nach dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik wäre es als Neubau nicht mehr genehmigungsfähig.
Fakt ist zweitens, dass in Jülich gerade erst von der Bezirksregierung Köln ein brandneues Zwischenlager für den AVR-Reaktorbehälter genehmigt wurde. Warum wird nicht gleich auch die Castor-Lagerung in diesem Zwischenlager beantragt? Dafür sollte das Forschungszentrum Jülich aus Sicherheitsgründen auf die hochriskante - und weltweit einmalige - Komplettverlagerung des hochverstrahlten Reaktorbehälters verzichten.
Niemand garantiert den Menschen im Münsterland, dass der hochradioaktive Atommüll Ahaus jemals wieder verlassen wird, da es weltweit kein sicheres Endlager gibt. Ahaus könnte also zum oberirdischen Endlager werden. Jeder einzelne Atomtransport birgt zudem unkalkulierbare Unfallgefahren. Deshalb wird der Widerstand der Anti-Atomkraft-Initiativen gegen die Castor-Transporte direkt am Werkstor des Forschungszentrums beginnen.
Das Forschungszentrum riskiert durch seinen knallharten Castor-Kurs einen massiven Image-Verlust, denn der jetzige Transportplan bedeutet zweijährige Dauerproteste zwischen Jülich und Ahaus. Der Genehmigungsantrag für die Castor-Transporte sollte zurückgezogen werden.
„Außerdem wiederholen wir unsere Rücktrittsforderung an den NRW-Wissenschafts-Staatssekretär und stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden des Forschungszentrums, Michael Stückradt. Wer seine politischen und privaten Funktionen nicht auseinanderhalten kann, muss gehen. Stückradt darf sich als Staatssekretär nicht zum Briefträger des Forschungszentrums machen," so Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.