Di
22
Dez
2009
Gemeinsame Presseerklärung des Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Die BI „Kein Atommüll in Ahaus" und die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland zeigen sich alarmiert über die aktuelle Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.
Zu den ab Anfang 2010 geplanten Atommülltransporten nach Ahaus schreibt die Bundesregierung, es werde „mit der Annahme und Abgabe von maximal 1800 Gebinden über einen Zeitraum von zehn Jahren gerechnet. (...) Nach Angaben der Betreiber ist realistisch im Mittel von ca. zwei Transporten pro Woche auszugehen."
„Diese Zahlen sind schockierend, denn sie bedeuten, dass in Ahaus in den nächsten zehn Jahren ein ständiger Verkehr mit Atommüll geplant ist - auf der Schiene und auf der Straße. Das Ahauser Atommülllager wird zu einer Drehscheibe für Atommülltransporte umgewandelt. Dazu kommen noch die 152 Castoren mit hochradioaktivem Atommüll, die ab 2011 aus Jülich anrollen sollen," so Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus".
„Für Ahaus wurde von der Bezirksregierung Münster eine höhere radioaktive Strahlungsmenge genehmigt, als sich momentan im Endlager ASSE II befindet, dennoch gab es keinerlei Öffentlichkeitsbeteiligung. In der ASSE überlegt man, ob der Atommüll nicht sogar wieder an die Oberfläche gebracht werden soll, doch in der Leichtbauhalle Ahaus soll er dicht an dicht gestapelt werden. Das ist unverantwortlich," erklärte Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Deshalb werden die Anti-Atomkraft-Initiativen schon Anfang 2010 wieder auf die Straße gehen. Am 17. Januar findet in Ahaus der nächste Sonntagsspaziergang statt und am 23. Januar folgt ein Autobahn-Aktionstag von Ahaus zur Atommüll-Konditionierungsanlage in Duisburg-Wanheim und weiter zum Forschungszentrum Jülich. An beiden Standorten sind Kundgebungen geplant. Für den 24. April ist in Ahaus zwei Wochen vor der Landtagswahl eine Großdemonstration zum Tschernobyl-Jahrestag geplant.
Positives Fazit für 2009
Für das ablaufende Jahr 2009 ziehen die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland dennoch ein positives Fazit: „Die Uranmüllexporte von Gronau nach Russland konnten gestoppt werden, der Widerstand in Ahaus wächst wieder spürbar, das RWE-Atomkraftwerk im bulgarischen Belene wurde verhindert und Anfang September demonstrierten 50 000 Menschen auf der größten Anti-Atom-Demonstration seit 20 Jahren - die „Renaissance der Atomenergie" stößt auf starken Widerstand in der Bevölkerung. Wir sind optimistisch, dass sich dieser Trend 2010 noch verstärkt," so Matthias Eickhoff von der Gruppe SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.